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Windows-Hilfe und -Anleitungen

Das Mobile Gerätecenter und Windows Live OneCare

Die richtige Konfiguration der Sicherheitsfunktionen für die reibungslose Synchronisation

Andreas Erle

Die meisten Anwender verwenden ein Windows Mobile-Gerät, um ihre Kontakte, Termine, Aufgaben und wichtigen Daten unterwegs zur Verfügung zu haben. Um dies effektiv nutzen zu können, ist eine Synchronisation mit dem PC und seinem Outlook unabdingbar. Unter Windows Vista übernimmt diese Aufgabe das Windows Mobile-Gerätecenter.

Auf der anderen Seite ist auch der Schutz des PCs vor Schädlingen wichtig, und so verwenden viele Anwender Windows Live OneCare, um sich vor Viren, Trojanern und anderen Schadprogrammen zu schützen. Jede Synchronisation aber ist ein Eingriff von aussen in die internen Datenbanken von Outlook und wird von Windows Live OneCare mit Argusaugen betrachtet.

Dieser Artikel beschreibt, wie beide Seiten aufeinander abgestimmt werden können und die Synchronisation eines Windows Mobile-Gerätes unter grösstmöglicher Sicherheit durchgeführt werden kann.

Installation des Mobilen Gerätecenters

Das Windows Mobile-Gerätecenter (Mobile Device Center) ist ein integrierter Bestandteil aller Versionen von Windows Vista, der allerdings separat heruntergeladen und installiert werden muss. Ohne diesen Schritt wird ein Windows Mobile-Gerät zwar als externes Speichermedium erkannt und kann mittels des Media Players synchronisiert werden, der Zugriff auf Outlook aber funktioniert dann noch nicht.

Das Gerät wird erkannt, kann aber noch nicht mit Outlook synchronisiert warden.
Das Gerät wird erkannt, kann aber noch nicht mit Outlook synchronisiert warden.

Der Unterschied zu ActiveSync

Wer von einer älteren Windows-Version auf Windows Vista umgestiegen ist, der kennt noch ActiveSync als Synchronisationssoftware zwischen seinem PC und dem mobilen Gerät. Warum also umsteigen auf eine neue Software? Ganz einfach: ActiveSync läuft unter Windows Vista nicht mehr, und kann und darf dort nicht installiert werden.

Herunterladen des Mobilen Gerätecenters

Die aktuellste Version des Windows Mobile-Gerätecenter finden Sie immer im Microsoft Download Center (http://www.microsoft.com/downloads/search.aspx?displaylang=de) im Bereich „Mobile Geräte“.

Das Microsoft Download Center und der Link zum Mobilen Gerätecenter
Das Microsoft Download Center und der Link zum Mobilen Gerätecenter

Laden Sie diese herunter und installieren Sie sie, auch wenn Sie gegebenenfalls auf der CD, die Ihrem mobilen Gerät beiliegt, bereits eine Version vorliegen haben: das Mobile Gerätecenter wird immer wieder aktualisiert, und die aktuellste Version im Microsoft Download Center bereitgestellt.

Der erste Anschluss eines mobilen Gerätes

Wundern Sie sich nicht: Auch wenn Sie das mobile GeräteCenter erfolgreich installiert haben, “sehen” Sie noch keine Veränderung. Erst beim Anschluss des mobilen Geräts wird dieses wie ein beliebiges anderes externes Gerät erkannt und konfiguriert, und erst, nachdem dies abgeschlossen ist, wird auch ein Desktop-Symbol für das Mobile Gerätecenter angelegt.

Das Vornehmen der Einstellungen in Windows Live OneCare

Mit Windows Live OneCare haben Sie unter Windows Vista eine vollständig in das Betriebssystem integrierte Sicherheitslösung zur Verfügung, die sowohl den Schutz vor Viren und anderen Schadprogrammen sicherstellt, als auch durch eine leistungsfähige Firewall den Zugang von außen auf Ihr System kontrolliert und es vor ungewollten Veränderungen schützt. So muss Windows Live OneCare nun klar gemacht werden, dass das Windows Mobile-Gerätecenter eine vertrauenswürdige Anwendung ist.

Die Freigabe der nötigen Programme in der Firewall

Um in die Firewalleinstellungen von OneCare zu kommen, führen Sie einen Doppelklick auf das OneCare-Symbol (den grünen Schirm) unten rechst auf Ihrem Desktop durch. Sobald OneCare geöffnet wurde, klicken Sie links auf "OneCare-Einstellungen ändern".

Die Oberfläche von Windows Live OneCare
Die Oberfläche von Windows Live OneCare

Klicken Sie dann im folgenden Bildschirm auf „Erweiterte Einstellungen“.

Wie jede Firewall ist auch die von OneCare so eingerichtet, dass sie nur Programme, die sie als unschädlich erachtet oder die manuell freigegeben wurden, auch ausführt. Um das Windows Mobile-Gerätecenter nun tatsächlich auch als ungefährliches Programm zu klassifizieren, müssen Sie nun drei Programme manuell hinzufügen, indem Sie in den erweiterten Einstellungen auf „Hinzufügen“ klicken.

Die Liste der in der Firewall zugelassenen Programme
Die Liste der in der Firewall zugelassenen Programme

Hinzugefügt werden müssen:

Windows Mobile Device Center: C:\Windows\WindowsMobile\wmdc.exe

Windows Mobile Device Center Sync Host: C:\Windows\WindowsMobile\wmdHost.exe

Windows Mobile Sync Manager: C:\Windows\WindowsMobile\wmdsyncman.dll

Nachdem Sie diesen Schritt abgeschlossen haben, erscheinen die neu hinzugefügten Programme auch in der Übersicht der Firewall. Damit ist sichergestellt, dass diese sie beim nächsten Start einer Synchronisation nicht mehr blockiert, sondern zulässt.

Die Freigabe der nötigen Ports in der Firewall

Im vorangegangenen Schritt wurden die Programmteile, die das Windows Mobile-Gerätecenter zur Ausführung benötigt, freigegeben. Das ist aber nur die eine Seite der Anforderungen, die eine Synchronisation stellt: Die Programme verwenden bestimmte Kommmunikationskanäle des Betriebssystems, so genannte Ports, und auch diese müssen freigegeben werden.

Jeder der unten angegebenen Ports muss durch "hinzufügen" unter "Ports und Protokolle" manuell freigegeben werden. Wichtige Punkte dabei sind:

Es wird immer ein Portbereich angegeben (z.B. also nicht nur 990, sondern 990 bis 990)

alle Ports sind TCP-Ports, nur 5679 UDP, das ist wichtig!

einige sind eingehende, andere ausgehende Ports.

Freigabe des eingehenden TCP-Ports 990 (RAPI)
Freigabe des eingehenden TCP-Ports 990 (RAPI)

Freigabe des eingehenden TCP-Ports 999 (Status)
Freigabe des eingehenden TCP-Ports 999 (Status)

Freigabe des eingehenden TCP-Ports 5678 (Legacy Replication)
Freigabe des eingehenden TCP-Ports 5678 (Legacy Replication)

Freigabe des ausgehenden UDP-Ports 5679 (Handshake & Legacy Replication)
Freigabe des ausgehenden UDP-Ports 5679 (Handshake & Legacy Replication)

Freigabe des eingehenden TCP-Ports 5721 (DTPT)
Freigabe des eingehenden TCP-Ports 5721 (DTPT)

Freigabe des eingehenden TCP-Ports 26675 (Airsync)
Freigabe des eingehenden TCP-Ports 26675 (Airsync)

Sind diese Einstellungen vorgenommen, dann sollte die Synchronisation problemlos laufen, auch wenn die Windows Live OneCare Firewall aktiviert ist.

Die erste Synchronisation

Nachdem Sie die voran beschriebenen Schritte durchgeführt haben, können Sie Ihr mobiles Gerät anschliessen. Sie werden den üblichen Signalton beim Anschluss eines neuen Gerätes hören, dann wird ein Treiber für den Pocket PC oder das Smartphone installiert, und endlich findet sich auch ein Symbol für das Windows Mobile-Gerätecenter auf dem Desktop und das Programm startet direkt, damit Sie die Synchronisation mit Ihrem Outlook am PC einrichten können.

Das Mobile Gerätecenter nach Anschluss eines mobilen Geräts
Das Mobile Gerätecenter nach Anschluss eines mobilen Geräts

Wenn dies wider Erwarten nicht funktionieren sollte, dann öffnen Sie Windows Live OneCare, gehen in die Enistellungen, und deaktivieren einmal die Firewall (die Firewallschutzstufe ganz nach unten ziehen und dann nochmal bestätigen, dass dies wirklich gewünscht ist). Dann Synchronisieren Sie, und setzen Sie die Firewallstufe danach wieder auf „automatisch“. Nachdem die Synchronisation einmal gelaufen ist, akzeptiert die Firewall sie auch für alle anderen mittels des Windows Mobile-Gerätecenter angeschlossenen Geräte.

Die Firewalleinstellungen müssen nachher auf „automatisch“ stehen.
Die Firewalleinstellungen müssen nachher auf „automatisch“ stehen.

Zusammenfassung

Die Synchronisation eines Windows Mobile-Gerätes mit einem PC unter Windows Vista bedarf des Windows Mobile-Gerätecenters. Ist dieses installiert, dann müssen einmalig die Einstellungen für die Firewall in Windows Live OneCare angepasst werden, bevor eine Synchronisation gestartet werden kann. Ist dies erfolgreich abgeschlossen worden, dann muss dieser Schritt nicht erneut durchgeführt werden.

Über den Autor

Andreas Erle

Andreas Erle ist seit 2004 Microsoft Most Valuable Professional für Mobile Devices und betreibt mit der World of PPC (http://www.worldofppc.com) eine umfangreiche Webseite rund um Windows Mobile. Nebenher schreibt er Bücher und Artikel rund um das Thema der mobilen Geräte.

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